Frequenzgänge bei blurred edges – Amplituden I
Centro Sociale, Sternstr, 2
Improvisationen: körnig und abstrakt

Nora Krahl: Cello
Agnes Hvizdalek: Stimme
Michael Thieke: Klarinette
Birgit Ulher: Trompete, Radio, Objects
Gunnar Lettow: prep. e-bass., electronics

Die Leidenschaft der in Berlin lebenden Cellistin, Komponistin, Performerin und Regisseurin Nora Krahl gehört der zeitgenössischen Musik – mit besonderem Focus auf der akustischen und elektronischen Improvisation. Die Wienerin Agnes Hvizdalek zelebriert die abstrakte Stimme und erkundet dabei neue Horizonte. Michael Thieke erkundet die Details der Töne und Geräusche seiner Klarinette. Die Hamburgerin Birgit Ulher arbeitet hauptsächlich an einer Erweiterung der klanglichen Möglichkeiten der Trompete durch Verwendung von aufgesplitteten Klängen, Multiphonics und körnigen Sounds und hat ihre eigenen Spieltechniken und Präparationen entwickelt. Gunnar Lettow präpariert den E-Bass mit Objekten und Alltagsgegenständen wie Essstäbchen, Bürsten und Haarnadeln und ist seit 7 Jahren der Organisator der Frequenzgänge, einer Reihe für improvisierte Musik, die wichtige Positionen der internationalen Musikszene präsentiert.

Nora KrahlNora Krahl konzertierte in ganz Europa, USA, dem Nahen Osten und Asien. Darüber hinaus arbeitete Nora Krahl mit Komponisten wie Tristan Murail, Helmut Lachenmann, Martin Bresnick, Johannes Kalitzke und Michael Gordon und Ensembles wie Ensemble Resonanz, Reflexion K, Bang on a Can oder Zeitkratzer.

Ein besonderer Focus in ihrer Arbeit liegt auf der akustischen und elektronischen Improvisation. In dem Projekt CHROMATOPHORE sucht sie in der Zusammenarbeit mit der bildenden Künstlerin Sena Basöz (Istanbul) nach Möglichkeiten der Verschmelzung von visuellen und audio Medien.  Sie gründete „The Octopus“, ein Celloquartett für freie Improvisation und „Rabiator“, ein Duo für analog Elektronik mit dem Komponisten Felipe Waller. Nora Krahl tritt in wechselnden Formationen auf, mit Musikern wie Joëlle Léandre, Elliott Sharp, Jon Rose, Frank Gratkowski, Reinhold Friedl, Audrey Chen oder Oguz Büyükberber.

Agnes Hvizdalek

Agnes Hvizdalek (1987) ist Improvisationsmusikerin und hat sich mit ihrer Stimme als Instrument international einen Namen gemacht. Sehr früh hat sie ihr Leben der neuen Musik – im weitesten Sinne – gewidmet. In ihrer abstrakten Vokalmusik zelebriert sie ihre Faszination für unbekannte, unterschätzte, spezielle und eigentlich unmögliche Stimmklänge. Sie ist an zahlreichen interdisziplinären Projekten beteiligt, wobei ihr die Zusammenarbeit mit Freigeistern unterschiedlicher musikalisch-stilistischer und künstlerischer Herkunft besonders am Herzen liegt. Ihre Heimat ist die experimentelle Musikszene Wiens, 2008 hat sie ihren Lebensmittelpunkt nach Oslo verlegt. 2017 ist ihr Solo-Album „Index“ auf dem Norwegischen Label Nakama Records erschienen.

Michael ThiekeThe Berlin-based clarinetist/composer/performer Michael Thieke is equally at home across a broad range of musical environments, such as experimental song forms, collectively composing projects, improvising collectives, and music on the fringes of jazz. He is exploring the minutiae of sound, timbre and noise, with a particular interest in microtonality and related sound phenomena, and with a preference for long-term collaborations and collective work. Concert tours took him all around Europe and to China, Canada, Lebanon, Japan, Taiwan, Malaysia and the USA, and his work has been documented on such labels as staubgold, ftarri, leo records, erstwhile, monotype and another timbre. Some of his current Projects are: The International Nothing, The Magic I.D., The Pitch, Splitter Orchester, Nashaz, Porta Chiusa, Motif and Der Lange Schatten, as well as duos with Biliana Voutchkova and Olivier Toulemonde.

Birgit UlherBirgit Ulher, geb. 1961 in Nürnberg, studierte Malerei und Freie Kunst, die noch immer einen grossen Einfluss auf ihre Musik hat. Seit 1982 lebt sie als freischaffende Musikerin in den Bereichen improvisierte und experimentelle Musik in Hamburg. Seitdem hat sie eine differenzierte Grammatik von Klängen jenseits des konventionellen Trompetentons entwickelt (jazzdimensions.de). Sie arbeitet hauptsächlich an einer Erweiterung der klanglichen Möglichkeiten der Trompete durch Verwendung von aufgesplitteten Klängen, Multiphonics und körnigen Sounds und hat ihre eigenen Spieltechniken und Präparationen entwickelt um diese Klänge zu erzeugen. Ausserdem gilt ihr besonderes Interesse dem Verhältnis von Stille und Klang.
Sie tritt als Solistin, zusammen mit ihren Gruppen und Ad-Hoc Formationen auf, ausserdem arbeitet sie zusammen mit TänzerInnen und bildenden KünstlerInnen.

Gunnar Lettow erweitert den Klang des E-Basses durch unterschiedliche Präparationen wie z.B. Spieße, Klammern und Pinsel sowie den Einsatz von Effektgeräten. Aktuelle Projekte die Duos mit Gary Rouzer (Alexandria, USA) und Korhan Erel (Laptop, Istanbul), sowie mit Robert Klammer (electronics, Hamburg). Er spielt regelmässig in ad-hoc-Besetzungen (u.a. mit Ernesto Rodrigues, Hermann Müntzing, Carl-Ludwig Hübsch, Nicolas Wiese, Ofer Bymel). Seit 2010 organisiert die Konzertreihe Frequenzgänge für improvisierte und experimentelle Musik in Hamburg.

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