Konzert im Rahmen von blurred edges
Centro Sociale, Sternstr. 2

Elektroakustische Improvisationen aus Europas Metropolen

Phil Durrant: electronicsFrequenzgänge #40
Angélica Castello: paetzold recorder, electronics
Andrea Neumann: Innenklavier
Christoph Funabashi: e-guitar
Gunnar Lettow: e-bass, objects, electronics

Bei den Frequnezgängen treffen sich Musiker/Innen aus Wien, London, Berlin und Hamburg. Angélica Castello, die Mexikanerin aus Wien, kombiniert die Klänge ihre Paetzold Bassflöte mit vielfach verformten elektronischen Fragmenten. Phil Durrant aus London hat virtuelle Instrumente auf seinem Laptop entwickelt, die er wie ein akustisches Instrument spielt. Die Berlinerin Andrea Neumann nutzt das Innenklavier, um einzigartige Klänge zu erzeugen. Christoph Funabashi bedient seine elektrische Gitarre z.B mit Luftballons und Gunnar Lettow erweitert den Klang des E-Basses mit Spießen, Klammern, Pinseln und Effektgeräten.

Angélica Castelló  studierte Musik in ihrer Geburtsstadt am Conservatorio Nacional de México, an der Université de Montréal, am Conservatorium van Amsterdam am Konservatorium der Stadt Wien und am Institut für Elektroakustische und Computer Musik der Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien. Seit 1999 lebt sie in Wien, wo sie unterrichtet, im Jahr 2004 die Konzertreihe „neue Musik in St. Ruprecht“ gründete und seitdem organisiert. Wiewohl sie der alten Musik treu geblieben ist, steht im Zentrum ihrer Arbeit die neue und elektroakustische Musik: Mitgründung der Ensembles Low Frequency Orchestra, frufru (mit Maja Osojnik), cilantro (mit Billy Roisz), subshrubs (mit Katharina Klement, Tamara Wilhelm und Maja Osojnik) und Chesterfield (mit Burkhard Stangl). Mit diesen Ensembles und anderen MusikerInnen wie Olga Neuwirth, Wolfgang Mitterer, Martin Siewert, John Butcher, Dafne Vicente-Sandoval, Franz Hautzinger, Isabelle Duthoit, dieb13, Jerome Noetinger, Mario de Vega, Kazu Uchihashi u. a. trat sie in Europa und Amerika auf.

Als Komponistin schreibt sie für ihr eigenes Instrumentarium (vornehmlich Paetzold-Subgroßbassblockflöte, mit und ohne Elektronik), für Ensembles (u. a. Danubia Saxophonquartett, Haydn Piano Trio) sowie für Theater und Tanz. Ihre Musik ist u. a. auf den Labels Mosz, einklang_records, Mandorla Label, Mikroton Recordings, chmafu nocords erschienen. Zahlreiche KomponistInnen wie Hilda Paredes, Daniel de la Cuesta, Katharina Klement, Burkhard Stangl, Jorge Sánchez-Chiong Mario Lavista u. a. arbeiteten mit Angélica Castelló oder widmeten ihr neue Werke.

Born near London in 1957, Phil Durrant is an improviser/composer/sound artist who devises his own virtual performance instruments using Reaktor. As a violinist (and member of the Butcher/Russell/Durrant trio), he was one of the key exponents of the „group voice approach“ style of improvised music In the late 90s, his trio with Radu Malfatti and Thomas Lehn represented a shift to a more “reductionist” approach.

His exploration in the use of live electronics to expand the timbre of the violin, has evolved into the creation and building of self- made virtual instruments. His live sampling/treatments duo with John Butcher and his work MIMEO, have seen Durrant move from the use of hardware to the use of software in live situations. He is keen to transfer the flexibility of playing an acoustic instrument, into his laptop performances, and this is the subject of his current research. Durrant currently performs regularly with the acoustic/electronic group Trio Sowari (with Bertrand Denzler and Burkhard Beins).

Andrea Neummann (*1968 Freiburg/Brsg) studierte klassisches Klavier an der Hochschule der Künste Berlin. Sie lebt und arbeitet als Musikerin und Komponistin in den Bereichen Neuer Musik und Experimenteller Musik in Berlin. Seit 1996 Spezialisierung auf das Innenklavier. Als Performer/Composer ist und war A. Neumann solistisch und in verschiedenen Ensembles (Les Femmes Savantes, Phosphor, Splitter Orchester) maßgeblich an der Entwicklung der Berliner Echtzeitmusik beteiligt, die angesiedelt ist zwischen Neuer Musik, Improvisation, Noise und Klangkunst. (Siehe ‘echtzeitmusik berlin, selbstbestimmung einer szene, http://www.wolke-verlag.de) Seit 2000 Mitorganisatorin der Reihe ‚Labor Sonor’ für aktuelle Musik, Film und Performance.

Konzert- und Festivalauftritte in Europa, den USA, Kanada, Argentinien, Mexiko, Russland, Australien und Japan. Kompositionsaufträge u.a. vom Deutschlandfunk, Bayrischen Rundfunk, MDR Leipzig, von den Wittener Tagen für Neue Kammermusik, EMS Stockholm, Nyy Musikk Oslo.

Christoph Funabashi begeisterte sich als Jugendlicher für die schräge Christoph Funabashi Rockgitarre und die Klangwelten der Neuen Musik. In den Neunzigern bespielte er mit den Indierock-Bands Scare Your Girl, Ölkrise ’73 und Nelson und studierte an der Hochschule der Künste Arnheim und der niederländischen Messiaen Akademie Klassische Gitarre, Popularmusik und Komposition.

Nach seinem Umzug nach Berlin 2004 spielte und schrieb er in erster Linie Kammermusik – häufig in Verbindung mit theatralen Elementen. Er arbeitete für die Zeitgenössische Oper Berlin, die Konzertreihen Unerhörte Musik und Saitenblicke, das Internationale Jugendopernfestival Utrecht, die Johannes Gutenberg-Universität Mainz und das Theater Görlitz und brachte Werke von Martin Daske, Margarete Huber, Markus Wettstein, Torsten Papenheim und anderen Komponisten zur Uraufführung. Zur Zeit lebt er in Hamburg, wo er seine Arbeit als Gitarrist/Komponist sowie als Musikpädagoge fortsetzt.

Das Konzert ist Teil von blurred edges – Festival für aktuelle Musik in Hamburg,
2 – 17. Mai. http://www.blurrededges.de

Kulturbehoerde Hamburgblurred edges 2014 wird gefördert von der Kulturbehörde der
Freien und Hansestadt Hamburg und der Hamburgischen Kulturstiftung.